Moderne Kunst in Rodde

Moderne Kunst im Pfarrheim und im Altem Bahnhof
Im Alten Bahnhof in Rodde eine Kunstausstellung mit der Projektstipendiatin Kirsten Kötter vom DA Kunsthaus Gravenhorst, wäre so etwas wohl möglich? Der Heimatverein Rodde erhielt vom Leiter des Kreisheimatbundes Dr. Andreas Eiynck vor einem halben Jahr diese interessante Anfrage und ließ sich sofort für dieses Projekt zu begeistern. Kisten Kötter hatte bislang aquarellierte Protokolle in Natur und Stadt, aber auch bei Sitzungen im Landtag in ihrer hessischen Heimat und sogar im Berliner Bundestag erstellt. Für das einjährige Projektstipendium in Gravenhorst hatte sie die Idee, die Sitzungen im Kreistag Steinfurt künstlerisch zu protokollieren und somit Prozesse unserer Demokratie im Kreis künstlerisch festzuhalten. Diese Aquarelle sollten im Zuge des Stipendiums an Orten, wo viele Menschen zusammenkommen, sich über aktuelle Themen austauschen und im Dialog stehen können, gezeigt werden - um ein „Kunstgespraech“ zu führen - so lautet auch der Name ihrer Internetseite. Bei solchen Orten dachte sie an Volkshochschulen, Rathäuser und die zahlreichen Heimathäuser im Kreis Steinfurt. Als der Heimatverein Rodde von dem Projekt erfuhr, hatte Kirsten Kötter bereits eifrig im Kreistag bei ganz verschiedenen Sitzungsthemen, z.B. zum Thema Kosten für Rettungswagenfahrten protokolliert.
Für die Ausstellung im Alten Bahnhof sollte von ihren kleinformatigen Aquarellen Ausschnitte vergrößert und in gedruckter Form an den drei großen Fenstern zur Nahrodder Straße gehängt werden. An großen Fensterflächen im öffentlichen Raum, wo viele Menschen zusammenkommen, gibt es in Rodde auch noch das Pfarrheim in St. Josef. Diese Fensterfront ist wie gemacht für eine solche Installation und der Heimatverein stellte sogleich eine Anfrage bei der Kirchengemeinde, die positiv entschieden wurde.
Die Vernissage fand in der Kirche St. Josef nach der Samstagsabendmesse mit Dr. Andreas Eiynck vor zahlreichen interessierten Besuchern aus Rodde und Umgebung statt. An den Fenstern des Pfarrheims sind Ausschnitte der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Kreistag zu sehen. Man kann bei genauerer Betrachtung Schlagworte wie „Qualitätsverlust“, „Ergänzungskraft“ oder „Geld“ lesen. Was an der großflächigen Installation begeistert, ist die hohe Strahlkraft der Aquarellfarben selbst in gedruckter Form. Am Alten Bahnhof ist ein Ausschnitt der Sitzung zur Waldstrategie zu sehen und man kann das Wort „Wald“ im großformatigen Kunstwerk erkennen. Angesichts des Klimawandels ist für unsere heimischen Wälder eine solche Strategie wirklich nötig. Es bleibt unsere Aufgabe als Bürgerinnen und Bürger im demokratischen Diskurs zu bleiben, hob Dr. Andreas Eiynck hervor. Darüber waren sich alle Anwesenden einig und diskutierten nach der Eröffnung bei einem Glas Sekt vor dem Alten Bahnhof an diesem lauen Septemberabend gerne weiter. Kirsten Kötter konnte direkt auf die zahlreichen Fragen eingehen und war nach den Ausstellungen ihrer Aquarelle in der VHS Rheine und Ibbenbüren mit dieser großformatigen Installation in Rodde sehr zufrieden.
Am 8.12.2026 um 16:00 wird eine weitere Einzelausstellung von ihren Werken im Rathaus Emsdetten eröffnet werden. Vielleicht wird es dort auch einige Werke der Oberstufen-Grundskurs-Schülerinnen und –Schüler der Harkenberg Gesamtschule zu sehen geben. Diese hatten sich jüngst mit der Technik des Kunstprotokolls beschäftigt und fanden dies sehr spannend.
Alle Kunstinteressierten können mindestens bis 22.10. die Werke am Alten Bahnhof und von der tagsüber zugänglichen Kirche St. Josef betrachten.
Text: Friederike Eying
Fotos: Peter Kötter
(1) Dr. Andreas Eiynck (rechts) bei der Eröffnungsrede in St. Josef
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