Krippe in der Kirche St. Josef: Viel ehrenamtliche Arbeit, die sich lohnt

am .

Kirche Krippe 2019 1 webText: Doro Offenberg, Fotos: Doro Offenberg und Ralf Horstmann

Die Hühner im Stall waren die ersten, die am Montag beim Aufbau der Krippe von St. Josef Rodde eingezogen sind. Offensichtlich hatten sie die kleine Leiter erklommen und sich auf dem oberen Heuboden gemütlich gemacht. Die Idee sowie die Hühner selbst stammen von Maria Upmann. Die weiteren handgeschnitzten Lindenholz-Figuren, die zur Krippe gehören, wie Schäfchen, Hirten, Ochs und Esel, Kamel und Elefant sowie eine Figur der Hl. Drei Könige folgten im Laufe des Tages. Maria, Josef und das Jesuskind warten derzeit noch in der Sakristei der Rodder Kirche auf ihren Einsatz am Heiligen Abend. „Zwei Könige in einer Anbetepose haben wir auch noch nicht aufgestellt, da sie ja erst am 6. Januar vor dem Krippenstall knien sollen. Der dritte König macht sich aber schon auf den weiten Weg, geleitet vom großen Stern der über der Krippe schwebt“, so Ludger Thiemann der seit nahezu zehn Jahren die Terminierung und Planung des Krippenaufbaus und der weihnachtlichen Dekoration der Kirche übernimmt. Natürlich nicht allein, zur Gruppe gehören neun weitere Personen; Helmut Beckmann, der schon mit Arnold und Toni Elmer zusammengearbeitet hat, Josef Upmann, Helmut Klasing, Franz Smeddinck, Günther Döcker, Franz Lünnemann, Gerd Prus, Markus Roth, der Jüngste der ehrenamtlichen Gruppe, aber auch schon vier Jahre dabei, sowie Ewald Varelmann als Neuzugang.

„Sie alle arbeiten Hand in Hand. Jeder weiß wie es geht, jeder hat seinen besonderen Bereich“, lobt Ludger Thiemann die Krippengruppe. So ist zum Beispiel Helmut Klasing für das Anbringen der Lichter rund um die Krippenlandschaft zuständig. „Mit Ruhe und Gelassenheit fummelt er die Lichterketten auseinander“, erkennt die Gruppe die Arbeit an. Es gibt auch einen Bachlauf mit Brücke auf dem Weg zum Stall. Eine neue Brücke – „die alte, reparaturbedürftige, ist wohl bei uns im Kamin gelandet“, hat Ludger Thiemann gebaut. Um die Elektrik der Bäume am Altar kümmern sich Thomas Miltrup und Jürgen Wullkotte. Mit den Arbeitsstunden kurz vor Weihanchten bis in die Abendstunden war es natürlich nicht getan. Vorausgegangen war das Grünholen bereits am letzten Wochenende. Neun Fichten und Nordmanntannen schlugen die Herren im Vorfeld auf den Flächen von Familie Ralf_Horstmann, Manfred Berghaus und Antonius Wessendorf. Außerdem wurden auf der Krippenlandschaft noch jede Menge Moos und Hackschnitzel für die Wege verbaut. Das alles muss in die Kirche gekarrt werden. Da darf der PKW-Anhänger von Ludger Thiemann schon mal mit Muskelkraft vor den Altar gezogen werden. „Aber nur einmal im Jahr“, meint der Besitzer mit einem Augenzwinkern.

Die Beschaffung von entsprechenden Tannenbäumen und weiterem Grün für die Weihnachtsdekoration der Kirche wird inzwischen immer mehr zum Problem. „Wir fragen schon Anfang des Jahres nach, wer Fichten oder Tannen spenden kann. Oft sind dann die entsprechenden Bäume schon zu groß, oder schlecht zu schlagen, da der Stammdurchmesser zu groß ist. Wir haben einfach nicht die Ausrüstung dafür. Manchmal ist es auch schwierig in die Gärten hineinzukommen, um Bäume abzutransportieren“, so die Gruppe im Gespräch. Ludger Thiemann hat sich schon Gedanken gemacht. Herbstlaub wäre eine Alternative, so wie er das in Soest bei einer Krippenlandschaft gesehen hat, oder es müsse in Zukunft die Bäume gekauft werden, resümiert der rührige Krippenbauer. Die zehn Krippenbauer werden 2020 im Rahmen einer Radtour rund um Rodde schon mal nach geeignetem Grün für die Dekoration der Kirche Ausschau halten und erste Anfragen starten. Nur Dank der verlässlichen Unterstützung, verbunden mit langjähriger Treue und aktivem Engagement ist es möglich diese Krippenlandschaft in der Rodder Kirche St. Josef Jahr für Jahr aufzubauen. Bis voraussichtlich zum 26. Januar kann die Krippe besichtigt werden, bevor sie bis zum nächsten Weihnachtsfest wieder eingelagert wird.

17 Figuren gehören inzwischen zur Rodder Krippe. Pastor Heinrich Tovar hat 1956 die ersten Figuren bei dem Bildhauer Conrad Schmidt in Bevergern in Auftrag gegeben. Ein Jahr später kamen die Hl. Drei Könige, ein Kamel und ein Elefant dazu. Alle Figuren sind aus Lindenholz gearbeitet und sind durchschnittlich 50 Zentimeter hoch. Ein sehr natürliches Aussehen und charakteristische Köpfe prägen die Figuren. 1963 baute Heinrich Holthaus einen Stall aus Eiche in passender Größe. 2005 schenkte Pastor Hubert Kreft der Gemeinde einen Ochsen und einen Esel, die er in Elte beim Schnitzer Heinrich Pöpping bestellt hatte. Seit 1989 befindet sich die Krippenlandschaft, naturnah gestaltet, rechts vom Altar.