Genossenschaft Dorfladen Rodde UG gegründet

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Gruenderversammlung Genossenschaft Dorfladen Rodde 7Text: Meike Pruhs/Fotos: Markus Tappe

Am Ende war die Freude in der Gaststätte Jägerkrug groß, der Arbeitskreis Dorfladen Rodde begeistert: Mehr als 120 Rodder Bürgerinnen und Bürger waren zur Gründerversammlung gekommen und mit 54 Zeichnern wurde die Genossenschaft Dorfladen Rodde UG am Ende gegründet. Circa 18.000 Euro Gesellschaftskapital sind somit schon im Topf. Weitere 50 nahmen den Gesellschaftsvertrag mit nach Hause. Diese erwartet der Arbeitskreis bis zum 11. Oktober 2019 unterschrieben zurück. Auch die zahlreichen Rodder Bürgerinnen und Bürger, die bereits ihre Absicht erklärt hatten, sich an der Dorfladengenossenschaft finanziell zu beteiligen und nicht zur Versammlung erschienen waren, will der Arbeitskreis noch einmal mit ins Boot nehmen. Dann, da sind sich alle sicher, kann es in die Finanzierungsgespräche mit den Banken gehen.

Mögliche Fördertöpfe hat der Arbeitskreis gemeinsam mit der WertArbeit Stein gGmbH, die das Projekt in Rodde unterstützt, und der Initiative ProRodde bereits ausgemacht. Hier muss jetzt in den nächsten Wochen noch festgelegt werden, welche Fördermaßnahmen am besten passen. Und dann kann der Traum vom eigenen Dorfladen mit regionalen Produkten und einem individuellen Sortiment Realität werden. Die Euphorie war in der abendlichen Versammlung spürbar. Mit einem dicken Dankeschön und einem freundschaftlichen Prost auf alle Mitstreiter war die Versammlung eröffnet worden – die Gäste somit gleich fröhlich und offen für die Sache gestimmt.

Was ist die Nahversorgung vor Ort wert?

Bevor es zur Zeichnung und Gründung der Genossenschaft überging, appellierte der Arbeitskreis noch einmal an die Mitwirkung aller an dem Projekt. Denn nur so könne der Dorfladen Erfolg haben, wenn sich alle mit diesem identifizieren. Der Arbeitskreis nahm auch noch einmal Stellung zur Mindesteinlage von 300 Euro, die in vielen Augen doch als eine Menge Geld gesehen wurden. „Was ist es euch wert in Zukunft direkt vor der Haustür einkaufen gehen zu können oder einen sozialen Treffpunkt zu haben? Oder was ist es euch wert, dass eure Kinder und Enkelkinder möglicherweise ein ganzes Leben lang eine Nahversorgung vor Ort haben? Da sind 300 Euro plötzlich nicht mehr so viel Geld, oder?!“, war die rhetorische Frage von Rednerin Meike Pruhs in den gefüllten Festsaal. Außerdem richtete der Arbeitskreis seine Bitte an die örtlichen Vereine, auch Teil der Genossenschaft zu werden und einen Anteil zu zeichnen. Nach dem der mögliche Standort des Dorfladens (Ecke Im Lied/Nahrodder Straße), eine grobe Skizze des Ladens und auch erste Angebote für den Neubau (circa 160.000 Euro ab Bodenplatte, ohne Versorgungsleitungen und Ausstattung) vorgestellt wurden, übernahm Dorfladenexperte Wolfgang Gröll die detaillierte Erklärung des Gesellschaftervertrages. Der Vollbayer wusste mit seinem Humor und tollen Praxisbeispielen das trockene Vertragswerk gekonnt vorzutragen. Am Ende wurde der Vertrag von der Versammlung einstimmig abgenommen und es konnte in einer kleinen Pause gezeichnet werden.

Einkauf von 3,90 Euro pro Person und pro Woche

Die Pause wurde auch dazu genutzt, den Arbeitskreis mit Fragen zu löchern. Immer wieder wurde deutlich: der Standort und das Wissen darüber, dass es ein Vollsortimenter werden wird, waren für die Rodder wichtige Anknüpfungspunkte. Mit allen grob kalkulierten Zahlen, die dank der professionellen Aufarbeitung von Wolfgang Gröll realistisch sind, müsste jeder Einwohner von Rodde 3,90 Euro pro Woche in den Dorfladen tragen. „Mit einer Schachtel Zigaretten, einer Bild-Zeitung und einer Dose Energydrink kann jeder sein Soll mehr als erfüllen“, machte Wolfgang Gröll lachend deutlich, dass es nicht viel braucht einen Dorfladen zu betreiben. Am Ende waren sich alle einig: Das ist eine Chance für den Ort Rodde auch in Zukunft weiter wachsen zu können. Denn mit einem Kindergarten, einer Schule, vielen Vereinen und dem Leben in mitten der Natur habe der Stadtteil dann noch einen weiteren Pluspunkt um weitere Neubürger zu gewinnen.

Wer noch seinen Zeichnungsvertrag abgeben möchte, kann dies bis zum 11. Oktober 2019 tun: Dieser kann bei Meike Pruhs, Horstmannstraße 14, und bei Heike Vienerius, Fernrodder Straße 18, in den Briefkasten geworfen oder persönlich abgegeben werden. Wer noch einen Zeichnungsantrag haben möchte, bekommt diesen auch bei den Familien vor Ort oder kann ihn sich hier herunterladen.  Hinweis: Es können auch Gruppen einen Anteil zusammen zeichnen. D.h. 300 Euro können sich mehrere Personen teilen, zeichnen und haben dann als Gruppe eine Stimme im Rahmen der Genossenschaftsversammlungen.