Dorfladen Oberndorf: Eindrücke vor Ort von Ralf Horstmann

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Text & Fotos: Ralf Horstmann

Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit ist Ralf Horstmann in Bayern unterwegs und hat im Rahmen des Projektes Dorfladen "All inclusive" den  örtlichen Dorfladen Oberndorf besucht, besichtigt und mit der Leiterin Manuela Lier ein intensives Gespräch geführt. Das Konzept hat ihn sehr beeindruckt und für das Rodder Projekt konnte er viel Input mitnehmen. Lage: Der Dorfladen liegt am Rande von Oberndorf Richtung Eggelstetten (1,5km). Beide Orte bilden zusammen mit dem Ort Flech eine eigenständige Gemeinde mit ca. 2600 Einwohnern.

Erster Eindruck: Der Laden macht einen freundlichen hellen Eindruck. Es sind zahlreiche Parkplätze vorhanden. Im Rahmen des Gesprächs mit Manuela Lier stellte sich heraus, dass der Dorfladen aufgrund des Rückgangs der Nahversorgung im Ort und weil die Nachfolgeregelung der Bäckerei und der Metzgerei nicht gelöst werden konnte, gegründet wurde. Die Fahrt in dem benachbarten Ort Mertingen (6 km) mit den Bus hätte knapp 6 Euro gekostet.

Von der Idee eines Dorfladens bis zur Umsetzung sind etwa vier Jahre vergangen. Die Projektphase wurde von Wolfgang Gröll begleitet. Es wurde eine Bedarfsanalyse durchgeführt. Die Umsetzungsphase wurde zusammen mit der Gemeinde durchgeführt, die auch das Grundstück zur Verfügung gestellt hat. Vorgabe der Gemeinde war, 100.000 € aufzutreiben. Es wurde eine UG (Unternehmergesellschaft) gegründet. 400 Anteilscheine zu je 250 € wurden ausgegeben.

Das Gebäude ist eine fertige Konstruktion von der Stange, mit einer Gesamtfläche von 400 m². Außer einen Verkaufsraum ist noch ein Büro, ein Lager, Toiletten (m/w), ein Zubereitungsraum, zwei Kühlräume vorhanden. Im Verkaufsraum gibt es eine Fleisch-/Wursttheke und eine Backwaren-Theke. Daneben ist ein Cafe vorhanden. Hier werden in der Mittagszeit auch warme Speisen angeboten. (Gegenüber ist ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 100 Mitarbeitern). Außerdem wird der Kuchen täglich selber gebacken.

Es gibt 35 regionale Zulieferer und die Eigenmarke Gut und Günstig von EDEKA. Die meisten regionalen Produkte sind nicht teurer. Es gibt auch saisonale Produkte, jetzt. z.B. sind es Kürbisse und Bepflanzung / Kerzen für den örtlichen Friedhof.

Außerdem ist eine Poststelle und ein mittleres Sortiment an Schulbedarf vorhanden.

Die Ladeneinrichtung wurde gebraucht gekauft, die Kühlgeräte wurden aufgrund des Energieverbrauchs neu angeschafft.