Schottische Hochlandrinder erwecken alte Bullenwiese wieder zum Leben

am .

Bullenwiese 3 webText: Familie Wullkotte

Aufmerksame Augen werden sie bereits entdeckt haben: Auf der ehemaligen Bullenwiese haben vier schottische Hochlandrinder ein neues Domizil bekommen. Ihre Besitzer, Familie Wullkotte (Roggenbrede 19), haben ihnen mit dem eingezäunten Gelände ein neues Zuhause gegeben und gleichzeitig einem kleinen Teil der rund 7,5 Hektar großen Bullenwiese wieder Leben eingehaucht. Der Hecken-Grünlandkomplex ist im Biotopkataster als schützenswert verzeichnet. Ein kleiner Teil dieses Komplexes (ca. 0,5 ha ) ist die alte Gemeindewiese auch Bullenwiese (platt, Bullenwieske) genannt. Diese Wiese hat eine lange und interessante Geschichte: Sie befand sich bis zur Eingemeindung 1975 im Besitz der Bauerschaft Rodde und wurde den Roddern zur Beweidung zur Verfügung gestellt. Nach 1975 nun im Besitz der Stadt Rheine, muss die Stadt aber immer noch einen Pachtzins an die Bauernschafsversammlung bezahlen. 


Bullenwiese 4 webDieser Biotopkomplex ist eine Kulturlandschaft und muss gepflegt werden, damit hat Familie Wullkotte schon vor langer Zeit angefangen und hat sie dann letztendlich zu den Schottischen Hochlandrindern gebracht. Sie stammen, wie der Name schon sagt, aus den schottischen Highlands und mussten dort immer schon mit schwierigen Witterungsverhältnissen und wenig ertragreichen Böden zurecht kommen. Dadurch sind diese Rinder sehr genügsam, robust und auch ruhiger als andere Rassen.
Die Rinder ernähren sich im Sommer nur von Gras und im Winter von Heu der Wullkotter Wiesen. Kraftfutter vertragen sie nicht, daher dauert es auch ca. zwei Jahre bis zur Schlachtreife. Dies macht das Fleisch aber dafür umso wohlschmeckender und auch gesünder.

Bullenwiese 2 webZur Zeit laufen die vier Bullen auf der Winterweide an der Roggenbrede. Weil die Rinder so ein dichtes Fell haben, können sie das ganze Jahr draußen gehalten werden. Sie brauchen somit lediglich einen Unterstand, der sie vor Wind, Regen und Sonne schützt, aber keinen geschlossenen Stall. Der Winter ist ihnen eigentlich lieber als der Sommer. Die Tiere können jederzeit an der Roggenbrede gesehen werden (wenn sie sich nicht gerade in der Hecke liegen). Im nächsten Jahr wird die Herde mit Kühen vergrößert, somit werden auch irgendwann Kälber auf den Weiden zu sehen sein. Für Familie Wullkotte macht ihr Aussehen, mit den langen Hörnern, dem langen Fell und ihre ruhigen Art, sie zu schönen und interessanten Tieren. Es macht einfach Spaß sie zu beobachten. Von Familie Wullkotte lassen sie sich schon anfassen, aber für andere gilt: Nur gucken nicht anfassen oder füttern, denn es sind und bleiben Nutztiere.

All diese guten Eigenschaften macht sich die Familie für eine weitere wichtige Aufgabe zu nutze:

Denn in erster Linie pflegen die Rinder die Landschaft, das müsste man sonst mit Maschinen erledigen. Auf den kleinen Flächen lohnt sich die intensive Landwirtschaft oft nicht mehr, da hierfür größere zusammenhängende Flächen benötigt werden. So sorgen sie nun dafür, dass das Grünland auf dem sie weiden, nicht verbuscht. Nun können sich die Biotope entwickeln und dort findet man dann seltene Pflanzen oder Tiere. Und durch die Beweidung wird ein wichtiger Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt (Biodiversität)geleistet. Hier bei uns beweiden die Rinder innerhalb des Grünlandkomplexes auch zwei jeweils 0,5 ha große gesetzlich geschützte Feuchtgrünlandbiotope - in Absprache und mit Unterstützung der unteren Landschaftsbehörde und Biologischen Station des Kreises Steinfurt.

Familie Wullkotte hat darüber hinaus Pflegemaßnahmen in den gesetzlich geschützten Biotopen übernommen: Beispielsweise haben sie wir im vergangenen Jahr eines der Biotope (hinter der Winterweide), welches stark verbuscht war, wieder instandgesetzt, indem Brombeeren und Bäume entfernt und mit einer artenreichen Grasmischung nach gesäht wurden. Auch diese Maßnahme erfolgte nach Beratung durch die Biologische Station Kreis Steinfurt und das Feuchtgrünland wurde so wieder hergestellt.  Darüberhinaus wurden Obstbäume an der Wiese selbts angepflanzt.

BullenwieseFür weitere Informationen und Rückfragen zu den Schottischen Hochlandrindern und zur Biotoppflege und Instandsetzung steht Familie Wullkotte zur Verfügung.