Heimatverein Rodde haucht Bahnhof neues Leben ein

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Bahnhof 4 webDer ein oder andere hat es bereits schon entdeckt: Der Bahnhof Rodde hat ein gepflegtes Aussehen sowie ein neues Schild über dem Eingang erhalten und in der Weihnachtszeit erstrahlte in seinem Inneren ein Tannenbaum. Die fleißigen Hände des Heimatvereins Rodde e.V. haben dem alten Bahnhof, der seit mehr als 100 Jahren das Ortsbild von Rodde prägt, zu neuem Leben erwachen lassen. Hier haben die Mitglieder nun ihr Heimathaus eingerichtet. Nach mehreren Monaten Arbeit wird das neue Heimathaus von Rodde nun ganz offiziell eröffnet: Am Samstag, 17. Mai, sind alle Rodder Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich den Bahnhof und seine Verwandlung einmal ganz genau anzuschauen. Die Eröffnungsfeier beginnt um 19 Uhr mit einer Einsegnung von Pastor Bernhard Brirup von der Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt.

Die ersten Eindruck sammelten Neugierige bereits im Rahmen der Veranstaltung "Tanz in den Mai". Aus dem Dornröschenschlaf erwachte Roddes Bahnhof dank des Engagements von Hugo Dircks Junior, Inhaber von Hugo Dircks Kühl-, Kälte- und Eletrotechnik, und vom Heimatverein Rodde. Den Bahnhof nutzt der Unternehmer aus Rodde als Lagerfläche für seine Firma und stellt den vorderen Gebäudeteil dem Heimatverein kostenfrei zur Verfügung. Einzige Auflage: Der Heimatverein musste die notwendigen Renovierungsarbeiten übernehmen und wird auch in Zukunft den alten Bahnhof in Schuss halten. Mit den Arbeiten begonnen hatte der Verein im Frühjahr 2013. Bis heute hat der Bahnhof neue Fenster, neue Rohre, zwei neue Toiletten im Eingangsbereich und eine neue Küche erhalten.

Der Heimatverein Rodde hat sich natürlich auf eine Reise in die Vergangenheit gemacht und folgendes herausgefunden:

Die Bahnstrecke Löhne–Rheine ist Teil der „Hannoverschen Westbahn“, die zwischen 1852 und 1855 zur Erschließung der westlichen Teile des damaligen Königreichs Hannover von den Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen gebaut wurde. Da das nächste Teilstück von Osnabrück über Ibbenbüren nach Rheine auf westfälischem Gebiet lag, wurde es vom preußischen Staat gebaut und danach an die Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen verpachtet. Täglich fuhren die Züge durch Rodde, doch erst 1894 machte eine Haltestelle einen Halt möglich. Das Bahnhofsgebäude diente dem Schrankenwärter als Wohnhaus und sein Wohnzimmer den Reisenden als Wartesaal. Die Strecke wurde zwischen 1902 und 1916 nach und nach durchgehend zweigleisig ausgebaut. Nicht nur Rodder nutzten den Bahnhof, auch Bevergerner kamen zu Fuß nach Rodde, um von hier in die Weite zu reisen. Erst nur für den Personenverkehr eingerichtet, dient der Bahnhof später auch als Güterbahnhof. Am 29. September 1974 wurde zunächst der Abschnitt zwischen Osnabrück und Rheine mit Oberleitung versehen, am 30. Mai 1976 folgte die Elektrifizierung des Abschnitts zwischen Osnabrück und Löhne. Bahnhof 1

 

 

 

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Das Bild links zeigt den Bahnhof Rodde um 1910, erbaut wurde das Gebäude um 1905. Das Bild rechts zeigt den Bahnhof zu Zeiten des dritten Reiches, vermutlich wurde hier der Führer Adolf Hitler bei seiner Durchreise begrüßt.

 

Am 15. Juni 1894 erfolgte der erste Zughalt in Rodde.  Der kleine Ort vor den Toren Rheines war an das große Netz der Deutschen Bahn direkt angebunden. 1991 gehen 97 Jahre Rodder Bahnhofsgeschichte zu Ende - der letzte Zug hält in Rodde. Zwischen 1985 und 1990 wurden Zählungen durchgeführt, die Fahrgastzahlen gingen von zunächst 130 auf 55 Fahrgäste herunter. Noch bis 1997 wird das alte Gebäude als Schrankenwärterhäuschen genutzt, danach wird es sich selbst überlassen und verwahrlost zunehmend. Auch ein kleiner Verkaufsladen mit dem Namen "Der etwas andere Bahnhof" hat keine Chance und muss schon bald nach der Eröffnung im Dezember 2005 wieder schließen. Bahnhof 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im September 2012 veröffentlichte die Bezirksregierung Münster eine Liste mit Schienenprojekten, die in den neuen Bundesverkehrswegeplan Einzug erhalten sollen (geplant für 2015). Darunter befindet sich auch der Ausbau der Bahnstrecke Löhne–Rheine (bis zur niederländischen Grenze). Konkret wird eine Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit auf 200 km/h bzw. 230 km/h als „wünschenswert“ genannt. Zur Begründung wird aufgeführt, die Strecke sei Bestandteil des europäischen Kernnetzes. 

Bildquelle: Heimatverein Rodde