Bauerschaftsversammlung: Rodde soll weiter wachsen

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Bauerschaft Rodde webText: Doro Offenberg

Im Rahmen der Bauerschaftsversammlung 2021 konnte der Bauerschaftsvorsteher Günter Veltmann über 50 Teilnehmer im Jägerkrug begrüßen. Nach seinem umfangreichen Jahresbericht stellte Dr. Rode vom Wasserstraßenneubauamt Datteln den Schleusenneubau in Rodde vor. In einem informativen Bildbericht wurde deutlich, dass die 100 Jahre alten Schleuse den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden würde. Ein Ausbau auf 12,50 m Breite und 140 m Länge sei erforderlich, damit auch die Großgüterschiffe dieses Nadelöhr passieren können. Die in 3 Bauabschnitte aufgeteilte und mit 100 Millionen Euro veranschlagte Maßnahme sollte 2026 fertig gestellt sein; „allerdings sei man schon jetzt mit einem Jahr Verzug unterwegs“, so Dr. Rode. Eigens für den Schleusenneubau habe das WSA eine Baustraße mit direktem Zugang zur Schleuse gefertigt, damit „Schweres Gerät“ nicht unnötig durch den Ort rollen muss. Geplant sei eigentlich, dass diese Straße nach Beendigung der Maßnahme wieder zurückgebaut werden sollte. Ludger Thiemann äußerte jedoch vom Stadtteilbeirat den Wunsch, die Straße beibehalten zu wollen, damit die Buslinie R93 dort hergeführt werden könnte. Dr. Rode entgegnete dem, dass man sich in diesem Fall durch die Stadt Rheine eine öffentlich rechtliche Genehmigung einholen müsse.

Der Bürgermeister der Stadt Rheine, Dr. Peter Lüttmann, nahm diesen Wunsch mit auf, bevor er über aktuelle Themen aus dem Rathaus berichtete. So sei er sehr zufrieden, dass in Rheine eine hohe Impfbereitschaft seitens der Bevölkerung bestehen würde. „Wir sind da deutlich über dem Landesdurchschnitt und das Land NRW sei noch über dem Bundesdurchschnitt“, so Lüttmann. Erfreulich zeigte er sich über den Rodder Dorfladen, der in Kürze eröffnen werde. „Ein absolutes Leuchtturmprojekt in NRW“, dass sicherlich Schule machen werde. „Ich habe gehört, dass ich bei der Eröffnung an der Kasse sitzen werde“, schmunzelte Lüttmann weiter. Im Zuge des Dorferneuerungsprogamms würde auch Rodde die nächsten Jahre noch profitieren, versprach Lüttmann. Über die Gebäudewirtschaft sei ein Betrag für die Sanierung der WC-Anlage der Rodder Grundschule im kommenden Jahr bereitgestellt. Zudem sei der Fortbestand der KiTa und der Grundschule in Rodde aktuell gesichert.

Ludger Thiemann gab zum Kirchenumbau an, dass das Architektenbüro die Baupläne vorgestellt habe. „Vermutlich könnte der Kirchenumbau im nächsten Frühjahr starten“, so Thiemann. Ratsmitglied Markus Tappe berichtete vom Bau- und Mobilitätsauschuss, dass inzwischen die 15 Bauplätze des Baugebietes „Im Lied – Süd, Teil B“ in der Vermarktung seien. Da es sich um eine städtische Baufläche handele, sei ein öffentliches Vergabeverfahren mit einem Punktesystem erfolgt. Nach 247 Interessenbekundungen habe es schlussendlich 90 ernsthafte Bewerbungen gegeben, so Tappe. „Hier kann man eindeutig den Wunsch nach EFH in Rodde erkennen und es würde dem Ort guttun, wenn sich Familien mit Kindern in Rodde ansiedeln würden, denn so sei auch mittelfristig die Schule zu halten“, brachte es Markus Tappe auf den Punkt. Ebenso sah er es als äußerst wichtig an, dass der Eisenbahnhaltepunkt Rodde reaktiviert werden müsste. Vertreter des Verkehrsministeriums hätten zwar geäußert, dass aufgrund des engen Fahrplans ein zusätzlicher Halt in Rodde technisch und praktisch nicht möglich sei. Tappe entgegnete jedoch, dass es dennoch möglich sei, da die Bahnlinie RE15/60 in Rheine starten bzw. enden würde. Diese könne somit entweder 2 min früher starten, oder 2 min später ankommen, ohne den Anschluss zu gefährden. Aber hierzu würde es zeitnah noch eine Videoschalte mit den Bahnverantwortlichen geben. Zum Ende der Versammlung las Günter Veltmann traditionell aus dem alten Bauerschaftsbuch vor und kündigte für übernächstes Jahr das 200 jährige Jubiläum der Rodder Bauerschaft an.