Bauerschaft Versammlung am 4. November 2021

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Text: Doro Offenberg

Am 4. November 2021 findet um 20 Uhr die diesjährige Bauerschaftsversammlung von Rodde im „Jägerkrug“ statt. Neben dem Bürgermeister der Stadt Rheine, Dr. Peter Lüttmann, wird auch der für Rodde zuständige Bezirksdienstbeamte Polizeihauptkommissar Thamm anwesend sein. Ludger Thiemann wird vom Stadtteilbeirat berichten und Pastor Bernhard Brirup über den anstehenden Kirchenumbau informieren. Eingeladen sind alle in Rodde und Kanalhafen wohnenden Bürger. Besonderer Hinweis: Es gilt die 3G-Regelung.
Im letzten Jahr musste die Versammlung, die in Rodde eine langjährige Geschichte hat, aufgrund der Corona Pandemie abgesagt werden.

Bei der Bauerschaftsversammlung wird an die alte Tradition der Pachteintreibung angeknüpft, früher Bauerschaftsrechnung genannt. Damals war es quasi Pflicht, als Neubürger, Zugezogener oder Neuverheirateter an der Bauerschaftsversammlung teilzunehmen. Um in die Bauerschaft Rodde aufgenommen zu werden, zahlte der Bürger ein sogenanntes „Willkomms“, einen Willkommensbeitrag in Höhe von 5 DM. Dieser Betrag wurde in den 80er Jahren auf 10 DM und später auf 10 Euro angeglichen. Die Mitgliedschaft zählt dann ein Leben lang. Weiterhin ist es möglich die Kasse der Bauerschaft durch kleine Spenden aufzubessern.

Das ist in den letzten Jahren immer mal wieder vorgekommen. Zusammen mit diesem Geld und der kleinen Pachtzahlung seitens der Stadt Rheine für die Bullenwiese in Rodde gibt es dann zwei oder drei Runden Freibier bei der Versammlung. Günter Veltmann hat vor einigen Jahren das Amt des Bauerschaftsvorstehers in Rodde von Martin Tappe übernommen. Martin Tappe hatte 2003 noch ein Buch von 1823 in seinem Besitz, in dem sämtliche Pachtzahlungen aus Rodde festgehalten sind. Dieses Buch liegt inzwischen im Stadtarchiv in Rheine, eine Abschrift hat der jetzige Bauerschaftsvorsteher, Günter Veltmann. Das Folgebuch führt Markus Tappe weiter. Vor Martin Tappe hatte sein Vater Bernhard, 25 Jahre das Amt des Bauerschaftsvorstehers inne.

Die Bauerschaft Rodde hat bedingt durch die Eingemeindung in die Stadt Rheine ein wenig an Bedeutung verloren, aber dennoch halten die Bürger an Traditionen fest. Der vielseitig interessierte und engagierte Markus Tappe, jetzt Ratsmitglied für den Wahlkreis Rodde, hat inzwischen die Erfahrung gemacht, dass die Rodder sehr an alten Geschichten interessiert sind. Vor allem dann, wenn er bei der Versammlung aus dem alten Bauerschaftsbuch von 1823 berichtet. Im Jahr 2023 wird das 200-jährige Jubiläum begangen.